#1 RE: Arte heute 13.06.2013 - Odysseus von Spartiaten 13.06.2013 10:28

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Mit Arte ins antike Griechenland: Am Donnerstagabend beginnt der deutsch-französische Kulturkanal mit der Ausstrahlung der zunächst zwölfteiligen Historienserie Odysseus. Ab 21 Uhr laufen drei Folgen am Stück.

Bereits seit zehn Jahren ist der Trojanische Krieg vorüber, doch Odysseus ist bislang nicht nach Ithaka zurückgekehrt. Das Volk wird unruhig. Ohne klare Verhältnisse und ohne einen König an der Spitze wollen die Nachbarländer mit Ithaka keinen Handel treiben. Eine Wirtschaftskrise plagt das Land.

Doch Königin Penelope (Caterina Murino, „James Bond 007 - Casino Royale“) will ihrem Gatten Odysseus die Treue halten. Sie glaubt nicht, dass er tot ist. Und deshalb lehnt sie es ab, einen anderen zum Mann zu nehmen. Obwohl die Krieger Ithakas sie geradezu wie eine Beute umkreisen. Vor allem Leocritos (Bruno Todeschini) ist begierig darauf, den Thron zu besteigen. An Penelope selbst ist er - im Gegensatz zu vielen seiner Männer - weniger interessiert: schließlich teilt er das Bett bereits mit seinem Geliebten Liodes (Ugo Venel), dem stärksten Kämpfer des Landes.

Telemachos (Niels Schneider), der Sohn von Odysseus und Penelope, rechnet sich ebenfalls Chancen auf den Thron aus, doch ist er viel zu weich, um sich gegen die brutale Kriegerkaste zu behaupten...

Das ist der Stoff, aus dem Arte France in Ko-Produktion mit dem italienischen, portugiesischen und spanischen Fernsehen die zunächst zwölfteilige Serie „Odysseus“ gestrickt hat. Frei nach der „Odyssee“ von Homer erzählt die Serie vor allem vom Leben in Ithaka: die Machtkämpfe um die Nachfolge Odysseus; die unterdrückte Wut der in Troja gefangen genommenen Sklaven; die Auseinandersetzung zwischen Idealismus und Pragamatismus, zwischen Prinzipien und „Realpolitik“ (in Griechenland und andernorts auch heute sehr aktuell).

In puncto Produktionsaufwand kann „Odysseus“ zwar nicht ganz mit US-Serien wie „Game of Thrones“ oder „Spartacus“ mithalten. Trotzdem versucht „Odysseus“ den genannten Serien durchaus nachzueifern - nicht nur, was Blut, Nacktheit und Fäkalien angeht, sondern vor allem Erzähldichte, undurchsichtige Charaktere und ein ständiges Gefühl der Gefahr. Penelope ist zwar die Königin, doch ihre Macht steht auf äußerst wackligen Füßen - und sie ist von Männern umgeben, die es kaum erwarten können, über sie herzufallen - und sie genau so zu vergewaltigen, wie sie es mit den Sklavinnen tun.

In der Rohheit der erzählten Welt kommt „Odysseus“ auf jeden Fall „Game of Thrones“ und „Spartacus“ näher als dem traditionellen Sandalenfilm.

serienjunkies.de

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