#1 Der Nahostkonflikt von Hamilkar Barkas 24.09.2014 12:48

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Nachdem Nerva dieses bereits erstellte Thema wegen der angehängten Diskussion in den Politikbereich verschoben hatte, hatte er mich gebeten, dieses Thema samt Inhalt hier erneut zu posten. Das ist jetzt zwar schon einige Zeit her und ich habe es aus lauter Faulheit ignoriert, aber jetzt konnte ich mich mal aufraffen... also, wer's nochmal lesen will:

In diesem Schuljahr, das inzwischen schon fast hinter mir liegt, hatte ich die Ehre, einen Seminarkurs zu besuchen, der sich Israel zum Thema gemacht hatte. Gegen Ende dieses Jahres sollten wir neben einem Colloquium auch eine schriftliche Seminararbeit abliefern. In dieser Arbeit wollte ich mir die Panzer des Nahostkonflikts genauer anschauen und hatte das Glück, einen Lehrer zu haben, der das aktzeptierte. Tatsächlich liegt die Abgabe der Arbeit inzischen schon knapp zwei Monate zurück und ich dachte mir, ich lasse euch auch noch daran partizipieren.
Ich werde euch die Arbeit allerdings mit einer weniger formalen Engstirnigkeit präsentieren, als der Seminarkurs sie mir abverlangt hat. Deckblatt, Fußnoten, Eigenständigkeitserklärung und so weiter wurden gestrichen. Mir ist bewusst, dass die Arbeit mir einigen Schreibfehlern und sonstigen formalen Fehlern bestückt ist, das war der etwas kanpp bemessenen Zeit geschuldet, die mir noch übrig war, als ich mich endlich an die Arbeit gemacht hatte. Und jetzt habe ich auch keine Lust mehr, die Fehler noch rauszupolieren. Vielleicht werdet ihr den Stoff trotzdem genießen. ;)

#2 RE: Der Nahostkonflikt von Hamilkar Barkas 24.09.2014 12:48

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Gepanzerte Kriegsführung im Nahostkonflikt– ein Vergleich der Fahrzeuge, Taktiken und Entwicklungen der Konfliktparteien am Beispiel des Palästinakriegs und des Yom-Kippur-Kriegs

Gliederung:
1. Allgemeines
2. Palästinakrieg
3. Die Zeit zwischen dem Palästinakrieg und dem Yom-Kippur-Krieg
4. Yom-Kippur-Krieg
5. Vergleich der Panzerwaffen zwischen dem Palästinakrieg und dem Yom-Kippur-Krieg
6. Abbildungsverzeichnis
7. Literaturverzeichnis
8. Eigenständigkeitserklärung


1. Allgemeines
Mehrfach konnte Israel seine Existenz seit seiner Gründung nur durch Waffengewalt behaupten. Wie in allen Kriegen des 20sten Jahrhunderts spielte auch in den meisten Kriegen Israels gegen seine Nachbarn die Panzerwaffe eine herausragende Rolle. Weder hätten die Israelisch-arabischen Kriege in dieser Form stattfinden können, noch hätte Israel heute eine derartige militärische Überlegenheit gegenüber seinen arabischen Nachbarn. Kaum ein Gebiet auf der Welt ist für den Einsatz moderner Kampfpanzer so geeignet wie Israel und die umliegenden Staaten, da die Panzer durch das offene Gelände ihre Mobilität und die noch auf hohe Distanz wirksamen Bordkanonen effektiv einsetzen können. Dem Thema der gepanzerten Kriegsführung im nahen Osten, das so offenbar von großer Wichtigkeit für Israel, aber auch für seine arabischen Nachbarn ist, werde ich mich in der folgenden Arbeit widmen.
Um die Entwicklung, die die arabischen und israelischen Panzer seit der Gründung des israelischen Staates genommen haben, angemessen zu beleuchten, und gleichzeitig nicht den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen, werde ich mich auf den Palästinakrieg 1948 und den Yom-Kippur-Krieg 1973 beschränken. Diese beiden Kriege unterscheiden sich im Hinblick auf den Einsatz von Panzern grundlegend. Dies lässt eine Beurteilung der Entwicklungen der Panzerwaffe im nahen Osten im Lauf der Zeit zu.
Bei der Betrachtung der beiden Kriege werde ich die sich auf beiden Seiten gegenüberstehenden Panzer vergleichen, einzelne Gefechte mit Einsatz von Panzern hervorheben und analysieren. Anschließend werde ich einen Vergleich zwischen den beiden Kriegen und die in der Zwischenzeit vollzogenen Entwicklungen ziehen. In den zuletzt folgenden Endbetrachtungen werde ich noch versuchen, einen Ausblick auf die Zukunft des Panzers im nahen Osten zu geben.
Um ein besseres Verständnis für die Eigenschaften eines Panzers zu bekommen, werde ich hier noch kurz auf die drei Hauptmerkmale eines Panzers eingehen. Die wichtigsten Eigenschaften eines Panzers sind Mobilität, Feuerkraft und Panzerungsschutz. Teilweise schließen sich die Eigenschaften gegenseitig aus, zum Beispiel kann ein Panzer nicht schwer gepanzert und gleichzeitig sehr schnell sein, und so gilt es immer, die ausgeprägten Merkmale eines Panzers taktisch im Gefecht zu unterstützen und seine Mängel zu kaschieren.


2. Palästinakrieg
In Erwartung der Gründung eines Israelischen Staates begann schon im November 1947 ein Konflikt zwischen arabischen und zionistischen Milizen. Der Palästinakrieg selbst brach im Mai 1948, im Zuge der Ausrufung des israelischen Staates aus, als umliegende arabische Staaten, die den UN-Teilungsplan nicht akzeptierten, in Israel einmarschierten.
Eine Betrachtung der Panzerwaffe im Palästinakrieg ist recht schwierig, da die Armeen beider Seite, insbesondere die Panzerwaffe, noch äußerst heterogen waren und keine einheitliche Ausrüstung besaßen. So wurden verschiedenste europäische und amerikanische Panzer der Zwischenkriegszeit und des erst 3 Jahre zuvor beendeten zweiten Weltkriegs eingesetzt, die zum Teil bereits völlig veraltet waren. Von den unterschiedlichen Modellen möchte ich im Folgenden zuerst einige vorstellen und anschließend etwas über deren Einsatz schreiben.
Die Ägypter operierten 1948 noch mit einer ganzen Zahl von britischen Light Tank Mk. VI und amerikanischen Luftlandepanzern M22 Locust. Beide Panzer wurden kurzzeitig im zweiten Weltkrieg eingesetzt, bis sich ihre Untauglichkeit offenbarte. Die zur Infanteriebekämpf jedoch ausreichenden Geschütze, kombiniert mit hohen Maximalgeschwindigkeiten erlaubten jedoch einen sinnvollen Einsatz der eigentlich obsoleten Fahrzeuge. Bei beiden Panzern stellte die geringe Panzerungsdicke zwar einen Nachteil dar, doch wurde vor allem der Locust von den ägyptischen Besatzungen im Vergleich zu anderen verfügbaren Modellen als ein relativ komfortabler Panzer empfunden, was an der niedrigen Silhouette von unter 2 Metern und der sehr hohen Geschwindigkeit von bis zu 64 km/h lag.
Außerdem wurden im Palästinakrieg britische Mathilda-Panzer von der ägyptischen Armee genutzt. Diese hatten zwar eine respektable, waren durch das hohe Gewicht und einen absurd schwachen Motor jedoch auch sehr immobil, sie erreichten im Gelände nicht mehr als 13 km/h. Bei einer Nutzung, wie sie von britischen Ingenieuren vorgesehen war, als Infanterieunterstützungsfahrzeug, optimaler Weise in urbanen Kampfräumen, konnte der Mathilda jedoch den Trumpf seiner Panzerung ausspielen, ohne, dass die geringe Geschwindigkeit zu sehr ins Gewicht fiel.
Die französischen Panzer der Zwischenkriegszeit hatten untereinander sehr große Ähnlichkeiten. Daher wundert es nicht, dass die nach dem Abzug der französischen Truppen von Syrien restaurierten R-35 und R-37, die libanesischen FT-17 und die israelischen H-35 und H-39, die sämtlich französischen Ursprungs sind, sehr ähnliche Merkmale aufwiesen und allesamt zu den veraltetsten Panzern des Palästinakriegs gehörten. Alle genannten französischen Modelle hatten dieselbe, inzwischen völlig inadäquate kleinkalibrige Kanone aus dem ersten Weltkrieg gemein, waren dank einen viel zu schwachen Motors sehr immobil und verfügten aber, bis auf den FT-17, der noch aus dem ersten Weltkrieg stammte, über eine relativ schwere Panzerung.
In geringer Zahl verfügte die ägyptische Armee auch über britische Mk. VI A 15 Crusader und amerikanische M4 Shermans (siehe Abb.1), die auch von Israel eingesetzt wurden. Der Sherman war einer der vielseitigsten Panzer des zweiten Weltkriegs und gilt als modernster Panzer, der im Palästinakrieg zum Einsatz kam. Die hervorragende Kombination einer ausreichenden Panzerung und 40 km/h mit dem Einsatz einer schlagkräftigen 7,5 cm Kanone, machten ihn zu einem erfolgreichen Panzer. Er konnte als Infanterieunterstützungsfahrzeug dienen, konnte über hohe wie kurze Distanzen effektiv kämpfen und war durch seine Geschwindigkeit leicht zu verlegen.
Der von den Ägyptern eingesetzte Crusader hingegen war mit bis zu 43 km/h zwar zweifellos ebenfalls sehr mobil, litt jedoch unter verschiedenen technischen Schwierigkeiten, besonders in großer Hitze. Laut Alexander Lüdeke seien im Afrikafeldzug mehr Fahrzeuge durch Pannen ausgefallen, als durch Feindbeschuss. Die logische Folge daraus ist, dass die Kampfkraft der Crusader auch in Palästina unter der unausgereiften Technik und den Temperaturverhältnissen litt.
Israel verfügte im Palästinakrieg hingegen bereits über den britischen Cromwell, der als Nachfolger für den anfälligen Crusader konzipiert war. Eine Beurteilung der Kampfkraft gestaltet sich beim Cromwell äußerst schwierig, da er von britischen Ingenieuren häufig nachgerüstet und umgebaut wurde. Zusätzlich zu acht Hauptausführungen wurde eine verwirrende Vielzahl von Untervarianten produziert. Alle Ausführung haben eine hohe Maximalgeschwindigkeit und waren für die Verhältnisse des Palästinakriegs an der Front relativ gut gepanzert, wobei viele Nachrüstungen die Frontpanzerung noch weiter verstärkten. Es ist anzunehmen, dass die dürftige Durchschlagskraft der Kanone, die im zweiten Weltkrieg größte Schwäche des Panzers, in Palästina wegen des Fehlens an schwerstgepanzerten Feinden nur wenig ins Gewicht fiel.
Gemeinsam mit dem Cromwell bildete der Churchill-Panzer das Rückgrat der israelischen Armee dieser Zeit. Der Churchill erfuhr, ähnlich wie der Cromwell, während seiner Produktionszeit viele technische Veränderungen, die kein einheitliches Bild dieses Panzers zulassen. Das Geschütz der ersten beiden Hauptausführungen war ein Produkt der Zwischenkriegszeit und völlig ungeeignet zur Bekämpfung von Infanterie oder gepanzerten Fahrzeugen. Spätere Hauptausführungen hingegen führten effektivere Kanonen mit sich, die die Kampfkraft des Churchills stark erhöhten. Wegen seiner enorm schweren Panzerung lag die Höchstgeschwindigkeit im Gelände bei 13 km/h. Konzipiert zur Unterstützung von Infanterie, die er durch seine starke Panzerung decken konnte, und als Durchbruchspanzer, wurde eine davon abweichende Nutzung durch seine niedrige Geschwindigkeit und Agilität fast völlig unmöglich gemacht.
Neben den hier vorgestellten Panzern wurden auch einige andere Modelle auf beiden Seiten eingesetzt, wie Berichten zu folge Beispielsweise ein einzelner Bison II auf ägyptischer Seite, der noch im zweiten Weltkrieg in Nordafrika erbeutet worden war. Doch bildet der Einsatz anderer Panzer als der oben Genannten eine Ausnahme und ich werde hier nicht weiter darauf eingehen.
An dieser Stelle werde ich mich nun stattdessen dem Einsatz der oben erwähnten Fahrzeuge widmen.
Sehr deutlich zeigt sich das militärische Potential der im Palästinakrieg eingesetzten Panzer bereits, wenn man sich die Entwicklungsjahre der Maschinen ansieht. Viele stammen aus der Zwischenkriegszeit oder dem Beginn des zweiten Weltkriegs und wurden nur an die Nahoststaaten geliefert, da sie auf den Schlachtfeldern des zweiten Weltkriegs nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden konnten. Im besonderen Maße gilt dies jedoch für die arabischen Staaten, während Israel auch modernere Panzer zur Verfügung standen. Doch auch Israel war 1948 noch nicht im Besitz der neusten Militärtechnologie seiner späteren Verbündeten, wie den amerikanischen M26 Pershing oder M47 Patton.
In jedem Fall waren die israelischen Panzer zumeist flexibler und ausgewogener. Die arabischen Panzer waren zumeist entweder schwergepanzert und wegen schwacher Motoren relativ unbeweglich oder nahezu ungepanzert und nutzten in beiden Fällen obsolete Kanonen. Die Israelis verfügten im Gegensatz dazu dagegen schon über Panzer, bei denen ein Kompromiss zwischen Feuerkraft, Mobilität und Panzerung gefunden war, der ihnen im Kampf die nötige Flexibilität verschaffte, gut geschützte Feuerkraft schnell zu verlegen. Diese Eigenschaften zeigten insbesondere der Cromwell und der Sherman.
Die Heterogenität der Panzertruppen beider Seite hatte für sie schwere Nachteile, zum Beispiel, dass es schwer war, bei Bedarf an die nötigen Ersatzteile zu kommen, um alle Panzer in Stand zu halten. Insbesondere galt dies natürlich für Panzer älteren Baujahrs, die nicht nur störungsanfälliger waren, sondern es auch zunehmend schwieriger war, Ersatz zu beschaffen.
Der Palästinakrieg ist in sofern kein typischer Krieg des 20. Jahrhunderts, da hierin der Kampf Panzer gegen Panzer eine für seine Zeit ungewöhnlich kleine Rolle spielte. Dies lässt sich beispielsweise daran erkennen, dass Ägypten im Palästinakrieg nur 135 Panzer im Feld hatte. Zum Vergleich ließe sich der deutsche Polenfeldzug heranziehen. Obwohl im September 1939 die Wichtigkeit der Panzerwaffe noch nicht allgemein anerkannt war und die deutsche Panzerproduktion noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angelangt war, waren in Polen bereits 2500 deutsche Panzer im Einsatz. Dies zeigt deutlich, dass der Panzer 1948 im nahen Osten noch am Anfang seiner Entwicklung stand und ihm noch nicht die Bedeutung beigemessen wurde, die ihm in späteren Kriegen im nahen Osten zukam.
Aus dieser Tatsache folgt, dass es nur sehr selten zu Gefechten zwischen Panzern beziehungsweise Panzerzügen kam. Ein Großteil der Panzereinsätze wird im Verbund mit Infanterie zu deren Unterstützung und gegenseitigen Sicherung gewesen sein. Alternativ konnten die Panzer auch als Sturmfahrzeuge, Durchbruchspanzer oder Sicherungsfahrzeuge eingesetzt werden, wie das folgende Beispiel zeigt. Das israelische Kibbuz Yad Mordechai wurde im Zuge einer ägyptischen Belagerung am 23. Mai 1948 von einem einzelnen Mk. VI angegriffen. Dieser Panzerangriff sollte die Israelis von einem Konterangriff auf eine von ihnen verlorene Stellung abhalten. Dies funktionierte zwar vorerst und die israelischen Verteidiger, die über keinerlei effektive Panzerabwehrwaffen verfügten, mussten sich zeitweilig zurückziehen. Doch der konstante Beschuss durch die Israelis ließ wahrscheinlich die Besatzung des Mk. VI die Nerven verlieren, sodass der Panzer weiter in die Siedlung vorrückte und dort in der beengten Umgebung isoliert wurde. Zwar gelang es der Besatzung des Mk. VI, einen infanteristischen Angriff gegen ihn selbst abzuwehren und sich anschließend mithilfe eines weiteren Panzers zurückzuziehen, doch offenbart diese Episode des Kampfes um Yad Mordechai doch strategische Mängel auf beiden Seiten. Zwar ist es durchaus sinnvoll, einen befürchteten feindlichen Vorstoß mit dem Einsatz eines Panzers zu blockieren, besonders eines Panzers, der sich wie der Mk. VI derart zur Infanteriebekämpfung eignet. Doch sollte ein solcher Einsatz immer durch ausreichende infanteristische Kräfte gedeckt werden, die als Schutz vor Panzerabwehrwaffen dienen und eine Isolierung verhindern. Da dies jedoch versäumt wurde, konnten die israelischen Verteidiger ihre PIAT, eine frühe tragbare Antipanzerwaffe, verwenden, die zuvor durch die Unterstützung eines Schwadrons Palmach-Kämpfer in das Kibbuz gebracht wurde. Den israelischen Verteidigern gelang es trotz mindestens drei zur Verfügung stehenden Anti-Panzer-Geschossen der PIAT nicht, den abgesonderten Mk. VI mit seinen nur 14 mm Frontpanzerung zu zerstören. zeugt gleichzeitig von taktischen Mängeln und Ausführungsfehlern bei der infanteristischen Panzerbekämpfung seitens der Israelis. Neben einem beispielhaften Einsatz eines Panzers im Palästinakrieg verdeutlicht dieses Beispiel also auch die Unerfahrenheit der militärischen Entscheidungsträger mit dieser neuen Art der Kriegsführung, die sich erst an den Einsatz dieser taktisch komplexen Maschinen gewöhnen müssen.

#3 RE: Der Nahostkonflikt von Hamilkar Barkas 24.09.2014 12:48

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3. Die Zeit zwischen dem Palästinakrieg und dem Yom-Kippur-Krieg
Im Folgenden möchte ich mich mit den Entwicklungen zwischen dem Palästinakrieg und dem Yom-Kippur-Krieg beschäftigen. Diese Entwicklungen schließt vor allem Auf- und Umrüstungen der Panzerwaffe beider Seiten ein, die im Yom-Kippur-Krieg von Bedeutung sein wird. Darüber hinaus wird auch der 6-Tage-Krieg kurz thematisiert.
Nachdem es Israel gelungen war, sich vorläufig zu verteidigen, versuchte es schnell, eine potente Armee aufzubauen. Gleichzeitig begann der kalte Krieg auch im Nahen Osten eine Rolle zu spielen. So stellte Israel sich auf die Seite der NATO und ließ sich durch verschiedene NATO-Mitgliedsstaaten mit Waffen beliefern, während die arabischen Staaten immer näher an den Warschauer Pakt rückten.
Israels Hauptquelle für Waffen aller Art war zunächst Frankreich, bis De Gaulle 1969 ein Waffenembargo gegen Israel erließ. So besaß Israel beispielsweise 150 AMX 13 (siehe Abb.2), die im 6-Tagekrieg verwendet wurden. Diese sehr speziellen Fahrzeuge waren äußerst klein, schnell und nahezu ungepanzert, verfügten jedoch über ein leistungsfähiges 75/90 mm-Geschütz, das über ein 6-Schuss-Magazin nachgeladen wurde. Dies ermöglichte der mit nur 3 Mann sehr kleinen Besatzung in kürzester Zeit enorme Zerstörung anzurichten.
Daneben exportierten aber auch Briten und Amerikaner Waffen nach Israel. Über 200 Sherman hatte Israel zeitweise in seinen Armeebeständen. Um die inzwischen veralteten Panzer jedoch auf dem neusten technischen Stand zu halten, wurde zunächst die französische 7,5 cm-Kanone des AMX 13 in den Sherman eingebaut, der seitdem als M50 bezeichnet wurde. Dazu musste zunächst ein neuer Turm entworfen werden, der die Kanone fassen konnte. Später montierte man sogar eine ebenfalls französische 105 mm-Kanone, woraus der M51 (siehe Abb.3) resultierte. Beide Versionen werden häufig als Super-Sherman oder ISherman bezeichnet. Durch die konstante Verbesserung der Feuerkraft gelang es, den Sherman noch sehr lang auf einem guten technischen Stand zu halten, sodass er noch 1973 im Yom-Kippur-Krieg den feindlichen Panzern ebenbürtig war. Auch die Ägypter experimentierten mit Kombinationen des Sherman und des AMX 13. Sie entschlossen sich, den gesamten Turm des AMX 13 auf die Wanne des Sherman zu setzen (siehe Abb. 4). Zumindest eines dieser Fahrzeuge wurde im Yom-Kippur-Krieg von Israel erbeutet.
Weitere Panzer, die vor dem 6-Tage-Krieg in die israelische Armee integriert wurden, waren amerikanische M48 Patton, die Westdeutschland an Israel verkauft hatte und britische Centurion-Panzer. Die beiden Panzer waren die ersten Angehörigen einer neuen, nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten Generation von Kampfpanzern. Der M48 Patton war ein relativ simpler Entwurf, der den NATO-Bedarf an modernen Panzern schnell decken sollte. Die späteren Versionen des Panzers, die auch von Israel eingesetzt wurden, zeichneten sich durch technische Zuverlässigkeit und eine sehr gute Wannenpanzerung aus. Lediglich seine schwache Bewaffnung und die unzureichende Turmpanzerung wurden von verschiedener Seite bemängelt.
Der Centurion ist ein mit über 50 Tonnen zwar ein schwerer Panzer, doch ist er zuverlässig, akzeptabel gepanzert und bietet viel Platz für die Besatzung. Die britischen Centurion Mk. 3, die 1959 gekauft wurden, wurden 4 Jahre später umgerüstet. Vor allem wurde die schon leicht veraltete Kanone durch eine neue, ebenfalls britische 105-mm-BK L7 ausgetauscht. Der Einbau dieser Kanone war so erfolgreich, dass britische Ingenieure spätere Ausführungen ihrer eigenen Centurion ebenfalls mit der L7 ausrüsteten. Dieser Centurion-Umbau wurde als Scho’t (siehe Abb. 5) bezeichnet, was das hebräische Wort für Peitsche ist. Neben dem Geschütz wurden auch andere Teile des Panzers gegenüber der Ursprungsversion überarbeitet, zum Beispiel wurde ein verbessertes Feuerlöschsystem sowie eine bessere Munitionshalterung eingebaut. Im 6-Tage-Krieg 1967 konnte bereits eine respektable Anzahl von 293 Scho’t eingesetzt werden. Auch Jordanien verfügte über einige Centurion, die im 6-Tage-Krieg teilweise von Israelis erbeutet und in die eigenen Streitkräfte integriert wurden.
Wie schon erwähnt stützte sich das arabische Militär bereits kurz nach der Blockbildung auf sowjetische Exporte. Die meisten arabischen Staaten hatten Panzer des Typs T-34/85 in ihren Streitkräften. Der T-34/85 wird oftmals mit der ebenfalls sowjetischen AK-47 vergleichen, der verbreitetsten Handfeuerwaffe der Welt, was Widerstandsfähigkeit, Verbreitung und einfache Handhabung angeht. Zwar wurde der T-34/85, der seit 1943 produziert wurde, schon in der Mitte der 1950er Jahre als veraltet angesehen, doch dieser Panzer hält sich teils noch bis heute in manchen asiatischen und afrikanischen Ländern. Nicht überraschend also, dass der T-34/85 mit seiner hohen Geschwindigkeit und der stark angewinkelten Panzerung in den Kriegen des nahen Ostens, zumindest bis zum 6-Tage-Krieg, ebenfalls eine große Rolle spielte.
Ägypten verfügte darüber hinaus über weitere, modernere Panzer der Sowjetunion, vor allem JS-3 und T-54/55. Der IS-3, ein fast 50 Tonnen schwerer Panzer, hatte eine enorm abgeschrägte Frontpanzerung, die feindlichen Beschuss sehr effektiv abprallen ließen. Der flache und geschossabweisende Turm hatte ähnliche Wirkung, doch er verringerte den im Turm zu Verfügung stehenden Platz drastisch. Dies beeinträchtigte die Besatzung, was unter anderem die Feuergeschwindigkeit signifikant reduzierte. Dennoch kaufe Ägypten rund 100 dieser Fahrzeuge, von denen 1967 viele von Israel erbeutet wurden.
Hinter der Bezeichnung T-54/55 verstecken sich eigentlich zwei unterschiedliche Panzer, der T-54 (siehe Abb. 6) und der T-55, die sich jedoch sowohl äußerlich wie auch von der Konstruktion so wenig unterscheiden, dass sie oft unter einer Bezeichnung zusammengefasst werden. Die T-54/55 sollten im Laufe der Zeit zu den zahlenstärksten Panzern der arabischen Staaten werden. Mit nur 36 Tonnen nicht so schwer wie ihre NATO-Gegenstücke und somit relativ mobil, verfügten sie dennoch über eine respektable Frontpanzerung von bis zu 203 mm. Dies hatte jedoch zur Folge, dass Seiten- und Heckpanzerung aus Gewichtsgründen sehr dünn waren und gegen Panzer nahezu keinen Schutz boten. Ihre Bewaffnung, eine 100 mm Bordkanone, war der 105 mm L7 des Scho‘t sowohl in der Mündungsgeschwindigkeit, wie auch in der Genauigkeit unterlegen. Ein großer Vorteil der T-54/55 war ihre geringe Wartungsintensivität.
Nach dem 6-Tage-Krieg erhielten Syrien und Ägypten darüber hinaus von der Sowjetunion Panzer des Typs T-62. Äußerlich den T-54/55 sehr ähnlich, lag der große Unterschied in der Bewaffnung. Der T-62 verfügte über die erste serienmäßige Glattrohrkanone der Welt. Glattrohrkanonen versetzen die Geschosse nicht in Rotation. Das lässt zwar die Mündungsgeschwindigkeit und damit das Zerstörungspotential der Geschosse stark ansteigen, doch war die Genauigkeit des Geschützes somit noch schlechter als die des T-54/55.
In Juni 1967 eskalierte die Situation zwischen den beiden Konfliktparteien erneut und Israel gelang es durch ein schnelles und dynamisches Vorgehen, seine arabischen Feinde erneut zu schlagen. Am 5. Juni konnten die Israelis durch einen Präventivangriff die ägyptische Luftwaffe ausschalten. Dies erleichterte den folgenden Angriff über die Sinaihalbinsel signifikant, da taktische Bomber oder mit Raketen ausgerüstete Jäger eine große Bedrohung für die israelischen Panzer dargestellt hätten. Auch das gute Training der israelischen Panzerbesatzungen und die daraus folgende hohe Professionalität war ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber den Arabern. So gelang es den Israelis, die Araber an allen Fronten mit einem Blitzsieg zu schlagen, obwohl die Israelis insgesamt nur über rund 800 Panzer verfügten, während die beteiligten arabischen Staaten gemeinsam über 2400 Panzer ins Feld führen konnten.
In den folgenden Jahren änderte sich die israelische Doktrin weg von leichten und schnellen Fahrzeugen, wie dem AMX 13, hin zu schwerer gepanzerten und besser bewaffneten Panzern, wie dem Scho’t und dem M48 Patton. Dies ist zwar überraschend, da Israel nur dank seiner Flexibilität und Mobilität den 6-Tage-Krieg so schnell und effizient beenden konnte. Doch die Veränderung der Doktrin beim Einsatz von Panzern zeugt von einem beispiellosen Instinkt, da die leichten Panzer der israelischen Armee sechs Jahre später im Yom-Kippur-Krieg nicht mehr in der Lage gewesen wären, den Krieg zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Während die Araber wie bereits erwähnt, ihre Panzertruppe mit weiteren T-54/55 und vor allem neuen T-62 ausrüstete, investierte Israel in weitere Scho’t. Dafür wurden die alten AMX 13 und M50/M51 Supersherman an andere Staaten und Gruppierungen weitergegeben, zum Beispiel an Chile oder christliche Milizen im Libanon.

4. Der Yom-Kippur-Krieg
Im Zuge des 6-Tage-Kriegs gelang es Israel, die Sinai-Halbinsel und die Golan-Höhen zu besetzen. Daran entzündete sich 6 Jahre nach dem 6-Tage-Krieg im Jahr 1973 ein neuer Krieg. Nachdem die Syrer mehrere Monate lang Militärmanöver an der Grenze zu Israel gefahren hatten, griffen sie gemeinsam mit Ägypten am 6. Oktober, dem höchsten jüdischen Feiertag Yom-Kippur, an.
Nachdem die Ägypter schnell den Suez-Kanal überquerten, rückten sie langsam unter dem Schutz ihrer SAM-Raketen sowjetischen Ursprungs vor. Diese Raketen sind geeignet, sowohl Panzer, als auch Flugzeuge zu bekämpfen, lassen sich allerdings nicht so schnell transportieren, wie Panzer oder Infanterie. Dieser SAM-Sperrgürtel verhinderte effektive Angriffe der Israelis auf die Ägypter und so konnten die Ägypter ihre 2600 Panzer weitgehend ungestört vorrücken lassen. Bei einem Angriff am 8. Oktober verloren die Israelis 400 Panzer und knapp 50 Flugzeuge.
Syrien unterdessen zog 1400 Panzer auf den Golan-Höhen zusammen und attackierte die 177 Scho’t, die dort zur Sicherung stationiert waren. Ein erster Angriff, den Syrien durch bloße Anzahl zu gewinnen suchte, scheiterte an der Überlegenheit der israelischen Panzergeschütze. Der Scho’t konnte bis auf über 3500 m Ziele präzise bekämpfen, während der T-54/55 auf 2500 m beschränkt war. Am ersten Kriegstag gab dies den Israelis einen großen Vorteil, da die Syrer über keine Sichtdeckung verfügten und so bereits weit außerhalb der syrischen Waffenreichweite abgeschossen werden konnten. Doch in einem in der folgenden Nacht stattfindenden Nachtangriff hatten die Syrer einen endscheidenden Vorteil. Ihre T-54/55 und T-62 waren teilweise mit sowjetischen Nachtpeilgeräten ausgestattet, was eine Feindbekämpfung auch bei Nacht bis auf eine Entfernung von 1200 m ermöglichte. Dieser Vorteil zwang die Israelis unter starken Verlusten zum Rückzug.
Da jedoch bereits am nächsten Tag israelische Reserven mit frischen Panzern den Jordan überschritten, wurden die Syrer schnell in die Defensive gedrängt und verloren große Teile des eingenommenen Gebiets. Daher sah sich die ägyptische Generalität gezwungen, die Offensive zu beschleunigen und ließ zu, dass ihre Panzer den SAM-Sperrgürtel verließen und zu einem großangelegten Angriff übergingen. Das Verlassen des Sperrgürtels ermöglicht den Israelis, dem Angriff, der zur größten Panzerschlacht außerhalb des zweiten Weltkriegs wurde, standzuhalten. Die Ägypter verloren 250 Panzer, während Israel 20 Panzer einbüßte. In den folgenden Tagen gelang es der israelischen Armee, sich bis 30 Kilometer vor Damaskus und bis 70 Kilometer vor Kairo zu kämpfen.
Was die Qualität der Panzer angeht, ist zunächst bemerken, dass die israelischen Besatzungen weit besser ausgebildet und auf ihre Panzer geschult waren als ihre arabischen Feinde. Gleichzeitig belegen israelische Berichte aus dem Yom-Kippur-Krieg, dass die Araber mehr unter beengten Platzverhältnissen in ihren kleineren Panzern litten. Zum anderen waren die Scho‘t bei weitem besser für das Gelände geeignet als die sowjetischen Panzer. Besonders zeigte sich dieser Vorteil in den Golan-Höhen, einem hügligen und dennoch weitgehend offenem Gebiet. Die große Reichweite des Geschützes des Scho’t ermöglichte die Bekämpfung feindlicher Fahrzeuge noch weit außerhalb deren Reichweite. Ein weiterer Nachteil für die arabischen Besatzungen war die niedrige Bauweise ihrer Panzer, die den Neigungswinkel des Geschützes nach oben unten stark beschränkte. Zwar ist anzunehmen, dass die kleine Silhouette einige T-54/55 und T-62 vor der Zerstörung bewahrte. Doch Ziele, die nicht auf der selben Höhe wie die arabischen Panzer standen, ließen sich nicht oder nur schwer beschießen, da ihnen der Neigungswinkel fehlte. Die Israelis verstanden, diese Schwäche des Feindes auszunutzen und positionierten sich oft in Talsenken oder auf Anhöhen.
Das wohl deutlichste Beispiel für die Überlegenheit des Scho’ts auf den Golan-Höhen sind zwei Scho’ts, die in einer defensiven Stellung etwa 150 T-62 für 30 Stunden aufhielten und im Laufe des Gefechts 60 Feindpanzer zerstören konnten.
Ein sehr wichtiger Faktor, der oft außer Acht gelassen wird, ist, dass den Israelis HESH-Munition, im Deutschen als Quetschkopfgeschosse bezeichnet, zur Verfügung stand. Dieser Munitionstyp ist nicht darauf angewiesen, die feindliche Panzerung zu durchdringen. Stattdessen heftet sich durch dieses Geschoss Plastiksprengstoff an die feindliche Panzerung, die bei der folgenden Explosion nicht nur eine starke Druckwelle im Inneren des Panzers auslöst, sondern auch Splitter der Panzerung als tödliche Geschosse umherfliegen lässt. So musste ein Feindpanzer oft nur getroffen werden, um ihn auszuschalten, während die Araber auch darauf achten mussten, dass das Geschoss an einer Stelle auf die Panzerung trifft, die sich mit der eigenen Durchschlagleistung penetrieren ließ. Da die HESH-Geschosse jedoch erst wenige Jahre zuvor in Großbritannien entwickelt wurden, standen sie 1973 nur wenigen Staaten zur Verfügung.
Weitere, für die Besatzung der arabischen Panzer hinderliche Einflüsse waren das Fehlen moderner lasergestützter Entfernungsmesser auf den sowjetischen Panzern, über die der Scho’t bereits verfügte. Die arabischen Kommandanten mussten die Entfernung zum Feindfahrzeug per Augenmaß schätzen, was die Zielgenauigkeit signifikant verringerte. Außerdem hatte der T-54/55 weniger und kleinere Sichtluken für den Kommandanten als der Scho’t. Um sich einen Überblick über das Schlachtfeld zu verschaffen, musste er den Kopf aus der Kommandantenluke heben, was ein Risiko darstellte.
Trotz all dieser Nachteile hatten die sowjetischen Panzer auch Vorteile gegenüber dem Scho’t. Allen voran das geringe Gewicht. Dies sorgte für einen geringeren Kraftstoff-Verbrauch, der die Wartung und das schnelle Vorankommen erleichterte. Außerdem übt ein leichtes Fahrzeug weniger Druck auf den Boden aus, was sein Vorankommen in schwierigen Terrain, zum Beispiel in Sand, vereinfacht.

5. Vergleich der Panzerwaffen zwischen dem Palästinakrieg und dem Yom-Kippur-Krieg
Der wohl auffälligste Unterschied der beiden Kriege liegt in der Anzahl der verwendeten Panzer. Wie bereits erwähnt, nutzte Ägypten im Palästinakrieg ungefähr 135 Panzer, während im Yom-Kippur-Krieg 2600 Panzer der ägyptischen Armee zum Einsatz kommen konnten. Dies zeigt deutlich, wie sehr die Bedeutung des Panzers für die Kriegsführung im Laufe von nur wenig mehr als zwei Jahrzehnten zugenommen hatte. Offenbar wurde bei beiden Kriegsparteien anerkannt, dass der Panzer die ideale Waffe für das Terrain des nahen Ostens ist, was deutlich wird, wenn man bedankt, dass ein Großteil der Bodengefechte im Yom-Kippur-Krieg aus Panzergefechten bestand.
Auch erkannte man die Vorteile einer homogenen Panzerwaffe. Während die Panzer des Palästinakriegs auf beiden Seiten aus verschiedensten Ländern stammten und noch dazu völlig veraltet waren, wurde im Yom-Kippur-Krieg Wert auf die Einheitlichkeit der Panzerverbände gesetzt. Nicht nur erleichtert das die Wartung der Fahrzeuge, es verbessert auch das Zurechtkommen der Besatzungen auf anderen Panzern einer Einheit. Zugleich hat ein einheitlicher Panzerverband auch die selben Anforderungen an das Terrain und kann sich mit einer gemeinsamen Geschwindigkeit fortbewegen.
Interessant ist die Entwicklung, die die Doktrin der beiden gegenüberstehenden Lager genommen hat. Beide passten sich dem Bündnisblock an, dem sie nahestanden. Während die Araber auf die große Zahlenstärke ihrer günstigen Panzer setzten, waren die Israelis an der Maximierung der Kampfkraft einzelner Panzer interessiert, auch auf Kosten der Anzahl ihrer Panzer. Dies ist jedoch wegen der vergleichsweise niedrigen Bevölkerungszahl Israels nicht weiter überraschend, da die israelische Armee das wenige zur Verfügung stehende menschliche Potential schonen muss. Die Bedeutung des Schutzes der Besatzung für israelische Panzer hat bis heute noch weiter zugenommen. Israelische Unternehmen entwickelten die sogenannte Reaktivpanzerung, kleine Stahlplatten, die auf dem Panzer befestigt werden und sich bei Beschuss selbstständig absprengen. Diese Reaktivpanzerung erhöht den Schutz gegen jegliche Art von Sprengmunition drastisch. Viele Jahre lang durften NATO-Staaten Reaktivpanzerung nur unter israelischer Lizenz produzieren. Der moderne Merkava-Kampfpanzer, eine israelische Eigenentwicklung, ist dank einer raffinierten Verbundpanzerung und NxRA, einer geheimen Weiterentwicklung der Reaktivpanzerung, der bestgeschützteste Panzer der Welt.
Interessant ist auch die Tatsache, dass die israelische Armee zu den wenigen Armeen der Welt gehört, die mit einer taktisch defensiven Rolle des Panzers große Erfolge verzeichnen konnte, wie der Yom-Kippur-Krieg zeigte. In anderen Armeen, ein typisches Beispiel ist der Afrikafeldzug Rommels, hat der Panzer vor allem eine taktisch offensive Rolle.
Letztendlich zeigt sich, dass Israel sich seit seiner Gründung eine Panzerwaffe aufbaute, die im nahen Osten ihres Gleichen sucht. Die technische Überlegenheit und Angepasstheit an das Terrain erwies sich als überlegen gegenüber der zahlenmäßigen Überlegenheit der arabischen Staaten. In beiden Lagern wurde jedoch gleichermaßen die Bedeutung des Panzers für die moderne Kriegsführung erkannt und anerkannt.
Was die Zukunft des Panzers im nahen Osten bringen wird, lässt sich nur schwer sagen. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks importieren auch die arabischen Staaten zunehmend westliche Militärtechnik. Zwar wird damit der qualitative Vorteil des Israelis geschmälert, doch solange Israel führend in der Militärforschung und ein wichtiger Partner der USA bleibt, ist anzunehmen, dass auch in Zukunft die hochwertigsten Panzer der Region in der israelischen Armee eingesetzten werden. Und auch, wenn Raketentechnik und Kampfhubschrauber den Einsatz von Panzern auf modernen Schlachtfeldern stark erschweren, so wird der Panzer doch in dem idealen Terrain des Nahen Osten noch lange eine große Rolle spielen.

#4 RE: Der Nahostkonflikt von Hamilkar Barkas 24.09.2014 12:49

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6. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Israelische Sherman M4 einer Palmach-Einheit, 1948


Abb. 2: israelischer AMX 13 mit 75 mm-Geschütz


Abb. 3: M51 Supersherman, auffällig ist die überproportional große Kanone


Abb. 4: ehemals ägyptischer M4 Sherman mit dem Turm eines AMX 13


Abb. 5: Israelische Scho’t auf dem Golan, 1973


Abb. 6: Syrischer T-54 sowjetischen Ursprungs


7. Literaturverzeichnis

Bücher:
1. Chalmers, Malcolm und Unterseher, Lutz, Is there a tank gap?, Arbeitsgruppe Friedensforschung und europäische Sicherheitspolitik, Mosbach 1988

2. Gelbart, Marsh, MERKAVA, Tankograd Publishing, Erlangen 2005

3. Gilbert, Martin, The Arab-Israeli conflict. Its history in maps, Weidenfeld & Nicolson Verlag, London 1979

4. Hahn, Fritz, Waffen und Geheimwaffen des deutschen Heeres 1933 – 1945, Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1992

5. Lüdeke, Alexander, Panzer der Allierten, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2010

6. Lüdeke, Alexander, Kampfpanzer, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2013

7. von Senger und Etterlin, Ferdinand, tanks of the world, Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1990

Internet Quellen:
1. Broke Low: Israeli Tanks, both great and small, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://brokelow.blogspot.de/2013/03/isra...-small-fow.html

2. For the Record: Latrum Museum Pictures, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://ftr.wot-news.com/2014/04/20/latrun-museum-pictures/

3. Globalsecurity: Sh'ot [A41 Centurion], zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://www.globalsecurity.org/military/w...l/centurion.htm

4. Greber, Wolfgang und Knaul, Susanne: Jom-Kippur-Krieg: „Verlieren war keine Option, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://diepresse.com/home/panorama/welt/...ar-keine-Option

5. Hobolth Oesterlund, Mathias: Why the EU arms embargo against Syria doesn’t really make sense, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://beyondbrussels.com/2011/05/why-th...lly-make-sense/

6. Isseroff, Ami: Battle of Yad Mordechai, 1948, zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://zionism-israel.com/dic/Yad_Mordechai_battle.htm

7. Lister, David: Five days that saved a nation, zuletzt aufgerufen am 27.05.2014 unter:
http://overlord-wot.blogspot.cz/2014/01/...ved-nation.html

8. Panzer-Modell: M51 Super Sherman, zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://www.panzer-modell.de/berichte/m51_ssherman/m51.htm

9. Randzone: Frankreich: 42 Jahre Waffenembargo gegen Israel beendet, zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://archiv3.randzone-online.de/?p=10885

10. Saylor: 1948 Arab_Israeli War, zuletzt aufgerufen am 27. 05.2014 unter:
http://www.saylor.org/site/wp-content/up...Israeli-War.pdf

11. Spiegel: Maritime Fruit, zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45226182.html

12. Steininger, Rolf: Bittere Lektion, zuletzt aufgerufen am 01.06.2014 unter:
http://www.zeit.de/2013/37/jom-kippur-kr...el-1973/seite-2

13. Tanks: Tanks of Israel – From Independence Through the Yom Kippur War, zuletzt aufgerufen am 31.05.2014 unter:
http://www.tanks.net/tank-history/tanks-...kippur-war.html

14. Tanks Encyclopedia: Renault R35 light tank, zuletzt aufgerufen am 26.05.2014 unter:
http://www.tanks-encyclopedia.com/ww2/fr...enault_R-35.php

15. Wikipedia: Palmach 1a, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4st...:Palmach_1a.jpg

16. Wikipedia: Super Sherman, zuletzt aufgerufen am 04.06.2014 unter:
http://en.wikipedia.org/wiki/File:M51-Isherman-latrun-1.jpg

17. Discovery: Panzerschlachten: Der Jom-Kippur-Krieg, zuletzt aufgerufen am 01.06.2014 unter:
http://www.youtube.com/watch?v=Mcm-iW8Hi_0

18. Military Channel: Top 10 Tanks. #5 – Centurion, zuletzt aufgerufen am 01.06.2014 unter:
http://www.youtube.com/watch?v=8DVCpfC03yU

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